Besuch in Pruszcz Gdański vom 14. bis 19. Juni 2018

Gelebtes Europa – Nicht auf Sand gebaut!

 

34 Hofheimer erlebten sonnendurchflutete, vergnügte, glückliche Tage in unserer Partnerstadt Pruszcz Gdański. Einige von ihnen sowie die acht Schülerinnen und Schüler der Elisabethenschule kamen das erste Mal nach Polen und erlebten eine außerordentlich gastfreundliche und interessante Stadt und ein wunderschönes Umland.

Gleich am ersten Tag sind wir durch Pruszcz Gdański geschlendert und haben eine Kunstgalerie und eine Alte Mühle, in der ausschließlich regionale Produkte verkauft werden, besucht. Anschließend gab es eine Führung durch eine der alten Kirchen in Pruszcz Gdański.

Nach der offiziellen Begrüßung durch den Bürgermeister im Rathaus wurde das gemeinsame Geschenk der Stadt Hofheim und des Fördervereins Hofheimer Städtepartnerschaften e.V.  feierlich und zugleich vergnüglich enthüllt: Eine Sitzbank im Park! 

Die Vorsitzende des Fördervereins Hofheimer Städtepartnerschaften e.V., Ingrid Bender, kommentierte geistreich den symbolischen Sinn unseres Geschenkes.

Am Abend wurde getanzt: Wir waren eingeladen zu einem Ball anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der „Universität des Dritten Lebensalters.“ Durchaus überwiegend schon etwas ältere Polen und Deutsche tanzten mit größtem Vergnügen und demonstrierten  pure Lebensfreude im sogenannten „Dritten Lebensalter“.

Der Samstag galt dem Besuch des wunderschönen Danzig, das sich bei strahlendem Sonnenschein von seiner schönsten Seite zeigte. Der Besuch im Museum des 2. Weltkriegs hat allerdings eher nachdenklich gestimmt.

Am Samstagabend gab es, wie auch in vorangegangenen Jahren, ein festliches Abendessen, begleitet von liebenswürdigen Ansprachen des Bürgermeisters Janusz Wróbel und Herrn Stadtrat Wilfried Stierstädter.

In den folgenden beiden Tagen gab es wunderschöne Ausflüge in die Umgebung von Pruszcz Gdański:

Eine Fahrt nach Frombork (früher Frauenburg) und weiter nach Elbing, von wo aus wir mit dem Schiff langsam 4 Stunden durch fast unberührte Natur auf dem Elbinger Kanal tuckerten. Staunenswert ist die Technik dieses Kanals, die es erlaubt, einen beträchtlichen Höhenunterschied auf originelle Art zu überwinden!

Am Montag brachte uns ein kleines Schiff von Rabka nach Łeba, wo wir durch einen wunderschönen Wald zu den weltberühmten Wanderdünen kamen. Die Landschaft ist atemberaubend. Man ersteigt eine steile hohe Düne – dann liegt die polnische Sahara zu unseren Füßen. Mit dem kleinen Unterschied: ein wirkliches Meer ist in Sichtweite!

Am Tag der Abreise saßen wir noch mit einigen Freunden bei Bürgermeister Wróbel. Unsere Bürgermeisterin Gisela Stang fand zum Abschied die richtigen Worte:

 „..wenn alle in Europa so offen und zugewandt an einem Tisch sitzen würden, hätten wir deutlich weniger Probleme. Danke für eine tolle Zeit.”

Die Tage in Pruszcz Gdański bleiben uns unvergesslich. Schwer zu entscheiden, was beeindruckender war: die Gastfreundschaft oder die Landschaft. Aber das müssen wir Gott sei Dank ja gar nicht entscheiden!

Hier finden sie einen 3 minütigen Bericht des polnischen Fernsehens über die 5 jährige Partnerschaft mit Hofheim.

Das polnische Fernsehen berichtet auch über die Feier zum 10 jährigen Bestehen der Universität “Trzeciego Wieku” in Pruszcz Gdanski an der die Delegation aus Hofheim teilnahm.

 

Reise nach Pruszcz Gdański 2016

“Unterwegs zu guten Freunden.”

Bericht über die Reise nach Pruszcz Gdanski mit dem Förderkreis Hofheimer Städtepartnerschaften.

Im Juni 2016 fuhren wieder über 40 Hofheimer zu einer Bürgerbegegnung in unsere polnische Partnerstadt Pruszcz Gdański. Für viele von ihnen war es bereits die zweite Reise, aber für die 10 Schülerinnen und Schüler der Elisabethenschule die erste Reise ins unbekannte Polen. Schon die erste Begrüßung, das Wiedersehen mit Freunden und zwischen Gastgebern und vorigen Gästen, die vielen Umarmungen und überhaupt diese große Herzlichkeit, war eine große Freude.

Die Anreise war unter Hilfestellung der Freundeskreis Pruszcz Gdański von jedem selbst organisiert worden, aber jeder und jede wurde am Flughafen Danzig persönlich abgeholt! Super organisiert. Am Abend des 21. Juni waren alle Hofheimer eingetroffen und gleich am nächsten Morgen ging man zum offiziellen Empfang beim Bürgermeister Janusz Wróbel, der uns natürlich nicht nur mit liebenswürdigen Worten begrüßte, sondern – wie in Polen eben üblich! – auch mit wunderbaren Kuchen und Torten und Kaffee und Tee. Bei dieser Gelegenheit stellte Ingrid Bender, die Vorsitzende des FHS, ein für 2017 geplantes Jugendprojekt vor: 8-10 Schüler aus Pruszcz sollen in Hofheim Gelegenheit bekommen, ein zweiwöchiges Praktikum zu machen. Dafür müssen die Schülerinnen und Schüler Grundkenntnisse in Deutsch, notfalls Englisch, nachweisen und schon einige Vorkenntnisse in dem gewählten Berufsfeld haben. Finanziert wird dieses Projekt von Erasmus+, die Reise finanzieren die Teilnehmer selbst, sie bekommen aber ein kleines Taschengeld vom FHS.

Anschließend gab es, unterbrochen zeitweise von wolkenbruchartigem Regen, eine Stadtführung, die dann angesichts des Wetters erstmal in der Stadtbibliothek endete, dem ehemaligen protestantischen Pfarrhaus, wo gleichsam „im Wohnzimmer“ anschaulich die Geschichte von Pruszcz, ehemals Praust, geschildert wurde. Dann wurden alle Hofheimer Gäste des Wetter wegen mit privat organisierten Verkehrsmitteln zum Lyzeum Nr 1 – Partnerschule der MTS – wo anstatt eines geplanten Straßentheaters die Vorstellung von mehreren Pruszczer Schulen zur Geschichte Polens in alten Trachten und mit wunderhübschen selbst gebastelten Kulissen in der Turnhalle dargestellt wurde.

Samstag war Danzig-Tag. Zum Glück bei strahlendem Sonnenschein! Zuerst besichtigten wir das große europäische Solidarność-Museum, ein überaus eindrucksvolles Museum über die Vorgeschichte des Zusammenbruchs des Kommunismus in Europa. Der gemeinsame Gang durch die nach der völligen Zerstörung Danzigs am Kriegsende geradezu unglaublich schön wideraufgebaute Altstadt mit ihren vielen Restaurants, Cafés, Läden und Lädchen zum großes Erlebnis wurde. Gut, dass man anschießend 3 Stunden freie Zeit hatte! Abends war dann das offizielle Festessen „U Jakuba“, einem alten polnischen Restaurant. Die Bürgermeisterin fand kluge Worte zur besonders unter den derzeitigen politischen Verhältnissen in Polen großen Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements, d.h. eben der Städtepartnerschaften.

Am Sonntag fand ab Mittag wieder ein Besuch der Faktoria statt, dem ehemaligen römischen Handelspunkt. Dies war der äußerste Handelsposten der Römer im europäischen Nordwesten. Es wurde von jungen Schülerinnen und Schülern eine sehr originelle Version von Shakespeares Romeo und Julia mit alten Tänzen und Kostümen geboten, zweisprachig natürlich und sehr liebenswürdig.

Auf den Montag, den Besuch des zwei Stunden entfernten Thorn hatten sich viele besonders gefreut. Aber das Wetter spielte nicht mit Es goss wie aus Kübeln und eine Stadtführung dicht gedrängt unter Schirmen ist einfach kein Vergnügen. Von Dächern und Wänden lief das Wasser, einfach nur schade.

Dienstag war schon Abreise. Um 10 Uhr gab es für die Bürgermeisterin und den mitreisenden Organisatoren der Partnerschaft wieder einen Empfang beim Bürgermeister, der offene Worte fand und kluge Dinge zur gegenwärtigen politischen Lage in Polen sagte.